Am Gymnasium
Mathe 5, Chemie 5, Latein 5. Ich wusste es bereits, bevor ich mein Zeugnis in Händen hielt. 3 Fünfen - und das in Kernfächern... Ich wusste, was das zu bedeuten hatte. Die Nachprüfung konnte ich vergessen. Mir blieb im ersten Moment einfach nur "klasse wiederholen!" Sitzenbleiben. "Peng" - das knallte wie ein Schuss in meinem Kopf. Na toll!! Als mir das klar wurde, sank die Vorfreude auf das neue Schuljahr auf Null. In jedem Fach den gleichen Stoff noch einmal durchkauen? Außerdem hatte ich in Mathe, Latein und Chemie von Anfang an Schwierigkeiten, ob es da half die 9. einfach nochmal zu machen? Ich glaubte nicht daran. Und da kam mir die Idee eines Schulwechsels. Doch die ersten Zweifel folgten gleich, denn eine Schule oder einen Zweig ohne Latein und Chemie zu finden durfte nicht schwer sein, aber ohne Mathe? Das durfte schwer werden. Da schaltete sich mein Freund ein. Er besucht die Wirtschaftsschule in Kitzingen. Kein Chemie und schon gar kein Latein, aber was ist mit Mathe? Und was war mit meinen Zukunftsplänen als Englisch- und Sportlehrerin? Die konnte ich dann wohl vergessen, denn ohne kleines Latinum darf ich gar kein Englisch studieren.... Nichts desto trotz informierte ich mich über die Möglichkeiten, die ich eventuell noch habe, und ging zu Frau Wollmann, der Beratungslehrerin.
Sie legte mir in einem Gespräch näher, welche Optionen mir mit nicht bestandener 9. Klasse des Gymnasiums überhaupt blieben. Ich war überrascht, als ich sah, was
sich als weitere Alternativen auftaten. Ich konnte den M-Zweig der Hauptschule besuchen, doch Frau Wollmann meinte, dass sich ein Gymnasiumskind damit wohl unterfordert fühlen könnte. Auch
bestand die Möglichkeit eine Realschule zu besuchen. Aber ich müsste dort die 9. wiederholen und außerdem in 2 oder 3 Fächern den Stoff von 2 Jahren nachlernen. "Dann könnte ich genausogut auf
dem Gymnasium meine 9. machen", dachte ich mir.
Als letzte Option blieb mir noch die Wirtschaftsschule. Das, was ich dort nachlernen müsste, wäre das 10-Fingersystem. Also entschied ich mich dafür, einen Termin für ein Vorstellungsgespräch in
der Wirtschaftsschule zu vereinbaren.
Das Gespräch verlief gut. Das Beste daran ist - so die stellvertretende Rektorin Grimm- ich habe auf dem kaufmännischen Zweig weder Latein, noch Chemie, noch Mathe!!! Und meine Zukunftspläne vom
Studium auf Lehramt muss ich auch nicht ganz aufgeben, denn ich kann nach der Wirtschaftsschule auf die FOS. Aber 2 Nachteile hatte die ganze Sache dann doch: Denn wenn ich die Fachoberschule
besuchen möchte, brauche ich Mathe. Allerdings, so erklärte mir Frau Grimm, genügt es, wenn ich Mathematik als Wahlfach belege, so kann ich nicht durchfallen und habe später die Möglichkeit mein
Abitur zu machen. Der 2. Nachteil ist, dass ich kein Latinum habe, so kann ich kein Englisch studieren. Dennoch kann ich Lehrerin werden, aber halt dann für ein anderes Fach. Mal sehen, was die
Zukunft bringt... Vielleicht werde ich ja Polizistin :)
Ob ich diese Entscheidung bereue? Keineswegs, zumindest bis jetzt noch nicht. Im Gegenteil. Ich freue mich darüber, denn vor lauter Stress auf dem Gymnasium bin ich zusammengebrochen. Kreislaufkollaps bedingt durch Stress war allein im Schuljahr 07/08 zweimal die Prognose. Um dem Kollabieren auszuweichen fing ich eine schlechte Angewohnheit an. Zwar hatte ich im Jahre 08/09 weniger Kollapse, nur noch einen um genau zu sein, aber dafür steigerte sich meine schlechte Angewohnheit. Nicht nur dass diese Gewohnheit irgendwann meiner Gesundheit schaden würden, auch meine Eltern bemerkten nach einiger Zeit den penetranten Geruch nach Rauch und so drohte mir auch von dieser Seite Ärger. Mit dem Versprechen die Angewohnheit aufzugeben stürzte ich mich weiter in den harten Schulalltag. Als ich gegen Ende des Schuljahres wusste, wie es nach den großen Ferien weitergeht und dass mich nicht so großer Druck erwarten würde, legte ich meine schlechte Angeowhnheit ab -im übrigen erfolgreich- und bin bereit mich in ein neues Abenteuer zu stürzen. Denn im Moment bereue ich nichts; mal sehen, wie lange noch. :)
Ich denke oft und viel darüber nach, was ich ändern würde, wenn ich noch einmal in der 5. Klasse anfangen könnte. Ich glaube ich hätte statt Latein Französisch genommen. Denn ich bin mit der toten Sprache nie zurechtgekommen. Und ich hätte von Anfang an aufgepasst und mitgelernt. Ich glaube das ist das Einzige, was ich ändern würde.
Die positiven Dinge an der Schulwechselgeschichte sind natürlich, dass mich an der neuen Schule niemand kennt. Das heißt ich kann ganz von vorne anfangen. Ich habe
neue Fächer, alles fängt von 0 an. Ich muss also nichts nachlernen.
Allerdings hat das alles auch einen bitteren Nachgeschmack, denn an meiner alten Schule musste ich viel aufgeben. Meine Freunde, mit denen ich Schuljahr für Schuljahr viel Blödsinn gemacht habe.
Die SMV, mit der ich jede Pause verbracht habe und in der ich mich gerne für das Wohl der Schule engagiert habe. Und Herrn Ullmann, der sich für die zukünftigen Gottesdienste jemand anderen
suchen muss, der Solo singt. :) (Ja, ich war das^^)
Was ich Leuten in meiner Situation raten würde, kann ich jetzt noch nicht sagen, denn noch hatte ich ja kaum Unterricht, aber ich denke, dass ich in Zukunft sicher genauere Informationen geben kann.
Wer mich kennt weiß natürlich, dass in einem meiner Artikel die konstruktive Kritik nicht fehlen darf (stimmts, Frau Ebert?).
Negativ finde ich nämlich zum Beispiel, dass man auf unserem Gymnasium kein 10-Fingersystem lernt. Es wird zwar angeboten, aber nur gegen Geld, so verzichten viele darauf (so wie ich). Aber in
vielen Jobs ist das Beherrschen der Schreibweise eine Einstellungsvoraussetzung und in allen Schulen steht es im Lehrplan, also wieso nicht auf dem Gymnasium?!
Alles in allem bleibt aber zu sagen:
Es war ne geile Zeit die ich nie vergessen wede, aber dennoch: Auf zu neuen Ufern!
...und an der neuen Schule
In meinem ersten Artikel habe ich bereits erklärt, wieso ich das Gymnasium verlassen habe. Und in meinem zweiten Bericht möchte ich wie versprochen darlegen, wie es mir auf meiner neuen Schule so geht.
Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich sehr froh darüber bin, dass ich Schule gewechselt habe, denn auf der Wirtschaftsschule konnte ich tatsächlich einen kompletten Neuanfang starten. Neue Lehrer und aus meiner Klasse waren auch alle neu auf der Schule. Kaum einer kannte sich untereinander.
Außerdem habe ich auf der Wirtschaftsschule keinen Leistungsdruck, das heißt, ich gehe meist ohne am Nachmittag 5 Stunden zusätzlich zu lernen in die Schule und habe ein gutes Gewissen dabei, den ich bin von einer 4-5er Schülerin zu einer 1er und 2er Schülerin geworden. Was auch gleich ein neues Problem mit sich brachte. Denn auf meiner alten Schule wurde ich gehänselt, weil ich schlecht war, und in meiner neuen Klasse werde ich von einer Mitschülerin vor allen anderen schlecht gemacht, weil ich gute Noten schreibe. In der Hinsicht, habe ich mittlerweile echt keine Ahnung mehr, was ich noch machen soll. Denn dieses Mädchen hat mir fast alle meine neu gewonnenen Freunde genommen, indem sie Lügen über mich erzählt um an Aufmerksamkeit zu kommen. Mittlerweile gehe ich in die Schule mit der Einstellung: Ich bin nicht hier, um Freunde zu finden, sondern um meinen Abschluss zu machen. Und im Gegensatz zur Hälfte meiner Klasse kann ich mir wenigstens zu 100% sicher sein, dass ich die Probezeit, die im Februar abläuft, auch schaffe. Denn auch dieses Mädchen, das mich mobbt, ist eine 4er Schülerin und wird laut Aussagen unserer Rechnungswesen Lehrerin, die gleichzeitig auch unsere stellvertretende Schulleiterin ist, die Probezeit nicht schaffen.
Aber ich würde dieses Mädchen deshalb nicht niedermachen, denn ich möchte nicht auf das gleiche Niveau sinken wie sie. Aber ich habe mir geschworen ihr nicht zu helfen (obwohl ich eigentlich sehr Hilfsbereit bin) aber der Dank dafür wären sowieso nur wieder etliche Beleidigungen und Lügen.
Wie hat meine Mutter mir immer gesagt: Es gibt in jeder Klasse jemanden den man absolut nicht ausstehen kann. Es gibt auch auf jeder Schule einen Lehrer, mit dem man nicht zurecht kommt, aber man darf es sich nicht anmerken lassen, denn man muss seine Sache durchziehen, egal wie viele Steine einem im Weg liegen.
Gastautorin Jennifer Döll
Wir danken dir sehr für dein Engagement uns an deinem Weg teilhaben zu lassen, Jennifer! Dennoch möchten wir hier noch einmal anmerken, dass prinzipiell alle Arktikel von Gastautoren nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wiederspiegeln.
Die GRAUZONE

wir warn zwar nie besonders gute freunde und im übrigen weißt du ja etz eh nich wer ich bin aber egal. ich kann dich gut verstehen - mach weiter so und lass dich nich unterkriegen, das schaffst du schon!!!
Vielen dank für die Kritik an diesem Artikel! Wir haben den Text nochmals Korrektur gelesen und die etwas "schwammhaft" formulierte Stelle entfernt!